Rekonstruktionen der Turmuhr in der Petruskirche zu Halle-Kröllwitz

Die Petruskirche im Nordwesten der Saalestadt wurde 1901 eingeweiht.

Im Turmgeschoß unter dem Glockenstuhl ist die originale mechanische Turmuhr untergebracht.
Entsprechend dem Baustil der Kirche wurden die 3 Zifferblätter der Turmuhr  gestaltet, die ursprünglich eine bunte Bemalung hatten. Das Uhrwerk befindet sich in einem Schrankgehäuse (1,4 x 1,1 x 1,8m) fast mittig im Raum. Auf der Rückseite wird durch ein Verteilergetriebe der Zeigerantrieb über Gestänge zu den drei Zeigergetrieben auf der Innenseite der Zifferblätter übertragen.
Das Uhrwerk von der Turmuhrenfabrik C. Frantz war zum Zeitpunkt der Wiederinbetriebnahme 1977 nicht mehr original erhalten. Im Rahmen sind die Teile für das Schlagwerk nachgebaut worden.
Die gesamte Uhrenanlage und die Zeiger befanden sich 1977 in einem schlechten Zustand. Starke Korrosion der Übertragungsteile zu den Zeigern, Verunreinigungen durch Taubenkot, veröltes und stark verschmutztes Uhrwerk,  kaum ablesbare Zifferblätter, verrostete und abgebrochene Zeiger gaben kund, daß diese Uhr schon über 10 Jahre nicht mehr in Betrieb war und einer grundlegenden Sanierung bedurfte.
Während sich Beleites und Brandt um das Uhrwerk kümmerten, wurden von Kupke und Essl 1979 die Sanierung von Zifferblätter und Zeiger übernommen.
Nach dem die Zeiger abgebaut und nach unten transportiert wurden, konnten diese genauer begutachtet werden. Eine auch teilweise Wiederverwendung der aus Stahlblech gefertigten Zeiger kam nicht mehr in Frage. Das Schweißinstitut Halle (ZIS) aus Halle-Trotha übernahm den Auftrag, neue Zeiger nach dem Vorbild der alten aus Edelstahl anzufertigen. Die Zifferblätter wurden ausgebaut und nach innen genommen. Das Zifferblatt (bisher schwarzer Untergrund und Goldziffern) wurde nach Rostschutzgrundierung wieder weiß gestrichen und das Gebrauchsgraphiker-Ehepaar Trebstein aus Kröllwitz bemalte die Zifferblätter mit den Zahlen.
Ende 1997 wurde nach Stillstand der Uhr eine Generalinstandsetzung des Uhrwerks fällig. Mit der Turmsanierung sollte auch die Turmuhr wieder gangbar werden.
Am 08.01.1998 wurde von Werner Essl mit der Sanierung der Turmuhr begonnen.

Uhrwerk vor der Sanierung

Uhrwerk vor der Sanierung

Nach dem die Zeigerachsen demontiert und die Uhrgewichte abgenommen waren, konnten Uhrwerk und Schlagwerk ausgebaut werden. Die stark verschmutzten Uhrwerke wurden nach unten transportiert,  zerlegt, gereinigt, Stahlteile mit Rostschutzfarbe gestrichen.
Genauso wurden Verteilergetriebe und Zeigergetriebe zerlegt, gereinigt, entrostet, Stahlteile mit Rostschutz versehen und die Lager geölt bzw. gefettet.
Das Uhrengehäuse wurde zerlegt, außen und innen gereinigt und angestrichen.
Zum Schutz gegen Verunreinigungen von oben wurde das Uhrengehäuse mit Dachpappe abgedichtet und die Decke der Uhrenetage mit Hartfaserplatten verkleidet. Zum Auslösekontakt des 18-Uhr-Läutens wurde ein neues Kabel verlegt. Dabei wurde auch eine Beleuchtung für Wartungsarbeiten in das Uhrengehäuse eingebaut.
Nach der Montage von Uhrwerk, Verteilergetriebe und Gestänge, den Justierungsarbeiten an Zeigerstellung und Ausgleichsgewichten mußten noch Stahlseil, Umlenkrollen, Uhrengewicht gereinigt, teilweise mit Rostschutzfarbe gestrichen und geschmiert werden. Eine neu angefertigte Abdeckhaube schützt jetzt das Verteilergetriebe vor Verschmutzung.
Am 31.08.1998 wurde mit dem Probelauf der Uhr begonnen.

Rückseite mit dem Schaltrad für das Läuten (außer Betrieb, diese Funktion hat die elektronische SPS-Steuerung übernommen)

Die Turmuhr muss aber wöchentlich aufgezogen werden. Diese Arbeit soll nun ab 2015 ein automatischer Elektroaufzug übernehmen. Ebenfalls wird das Uhrenschlagwerk wieder in Betrieb genommen, nach dem es von 24 auf 12 Stunden-Schlagbetrieb umgebaut und ein neuer Schlaghammer an der Glocke angebaut wurde. Glocken und Uhr werden dann mit einem Wartungsvertrag in guter Betreuung sein.

Der Förderkreis Petruskirche e.V. hat diesen Umbau angeregt. Mit Ihren Spenden können wir diese Maßnahme schaffen. Die Kosten der Umbauten und Rekonstruktion werden bei 9.000 € liegen.
Wir wollen als Förderkreis ein weiteres Objekt sanieren:
Damit die Turmuhr der Petruskirche zuverlässiger die Zeit anzeigen kann, soll Ganggenauigkeit verbessert,
automatischer Aufzug und der Uhrenschlag im Zwölf-Stundenbetrieb angebaut werden.
Für diese Aufgaben werden wir, auch wenn wir Beihilfen bekommen sollten, einen großen Anteil selbst tragen müssen.
Wir sind weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen.
WE 2015
Spendenkonto: Förderkreis Petruskirche e.V.

IBAN DE91800200865100220824

Kennwort: Turmuhr